Glossar für OliveneinsteigerInnen

Hannovers Olivenfestival

Alle "OliveneinsteigerInnen" haben ähnliche Fragen.
Die häufigsten beanworten wir hier. Und schaffen damit "Gesprächsraum" für weitergehende, tiefgründigere Fragen und Antworten.

1. Wo ist der Ursprung des Olivenbaums?
Da streiten sich die Geister. Nicht nur die nationalistisch belasteten. Vermutungen gehen dahin, dass eine wilde Form des Olivenbaums in Indien gewachsen ist. Vor etwa 10.000 Jahren. In Italien gibt es kultivierte Olivenbäume seit ca 600 Jahren vor Chrstus.

2. Wo wachsen Olivenbäume heute?
Überall dort, wo wir auf "unserer" Erde heute Mittelmeerklima haben, gedeihen Olivenbäume. Sie brauchen viel Sonne, aber auch ausreichend Niederschlag. Frost halten sie bis ca. 12 Grand unter Null aus.

3. Gibt es grüne und schwarze Olivensorten?
Nein. Vollgrüne Oliven sind immer unreif. Reife Oliven haben die wunderbarsten Farben, je nach Sorte. Helles und dunkles Violett sind bestimmend. Dazu schwarz, grün, gelb, rot. Einige Sorten werden auf ihrer ganzen Haut schwarviolett. Aber da gibt es leider doch etwas in die Irre Führendes: Viele der schwarzen Speiseoliven sind schwarz gefärbte grüne Oliven. Also, nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, sondern eher das Haar in der Suppe.

4. Wie viele Olivensorten gibt es?
Der Vergleich mit dem Wein ist sicherlich hilfreich. Mit den unterschiedlichen Einlegevarianten, dem unterschiedlichen Reifegrad, dem vielfältigen Teroir erreichen wir leicht Dimensionen, die das Benennen einer Zahl unsinnig und überflüssig machen. Eines ist sicher: Jede/jeder von uns kann "seine" Oliven finden, bei der unermesslichen Vielzahl von Möglichkeiten. Also nicht aufgeben. Was beim Verzehr von mancher "Pizzaolive" naheliegend sein könnte.

5. Wann ist ein Olivenöl kaltbepresst?
Beim Pressen entsteht immer Wärme. Übersteigt diese 4oGrad Celsius, darf ein Öl nicht mehr als kaltgepresst bezeichnet werden. Ein schwieriger, ungenauer Gradmesser in der Olmühle. Vieles ist Vertrauenssache. Das Beste ist, sie können beim Kaufen dem Olivenbauern oder Mühlenbetreiber in die Augen schauen. Das zweitbeste: Ihr Lebensmittelhändler kennt den Olivenbauer von Angesicht zu Angesicht. Leider ist Betrug immer möglich. Ganz besonder dort, wo er leicht zu bewerkstelligen ist. Beim Öl so ganz sicher.

6. Was hat es mit der unerwünschten Ölsäure auf sich?
Oliven sind reich an den wertvollen einfach ungesättigten Fettsäuren. Durch Oxydation wandeln sich diese in Ölsäure. Leider kann das sehr schnell gehen. Jede Druckstelle an der Olive ist ein "Oxydationsherd". Rabiate Erntemethoden und eine lange Zeitspanne zwischen Ernten und Pressen sind die ärgsten Qualitätsminderer.

7. Wieviel Kilo Oliven sind für einen Liter kaltgepressten Öls nötig?
Die Schwankung ist gewaltig: 3,5 - 7,5 Kg sind nötig, abhängig von Sorte, Reifegrad und Art der Pressung.

8. Wie kommt es zum so unterschiedlichen Geschmack der Öle?
Sorte und Reifegrad sind die wichtigsten Geschmacksbildner. Wer scharfe, würzige, sehr pfeffrige Öle mag, kauft sich ein Öl von frühgeernteten, halbreifen Früchten. Wer ein sehr mildes, facettenreichen Öl mit ganz harmonischen Abgang bevorzugt, der muß sich auf die Suche nach Ölen machen, die von hochreif geernteten Oliven stammen.

9. Kann man Olivenöl erhitzen?
Fraglos ist das möglich. Und unschädlich.Ob das sinnvoll ist, so mit einem teuer bezahlten Öl zu verfahren bleibt "Geschmacksache".

10. Weshalb sind Oliven so gesund?
Selbst die grünen, unreifen Oliven werden basisch verstoffverwechselt. Die schwarzen, reifen Oliven noch weit mehr. Da unsere "normalen", modernen Nahrungsmittel bis auf's Gemüse weitgehend sauer sind, gilt es per Imperativ: Viel Gemüse! Viele Oliven! Resultat: Gesundheit, Genuss und Lebensfreude.

Olivenfestival 2012

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